Regelkunde

Rehburg-Loccum im Februar 2022

Spielführer Andreas Proske
Spielführer Andreas Proske

Die Tage sind immer noch relativ kurz und die Möglichkeiten vor Ort Golf zu spielen werden auch in den nächsten Wochen bei uns eher selten sein. Also die beste Zeit sich wieder einmal, wenigstens für ein paar Minuten in der Woche, mit den Golfregeln zu beschäftigen. Bekanntes auffrischen, Neues entdecken und den einen oder anderen Tipp zu bekommen oder auch sich eine Regelfrage beantworten zu lassen.

Wussten Sie eigentlich, dass es drei verschiedene Ausgaben der Golfregeln gibt? Da ist einmal die „Spieleredition“, die wohl jeder Golfer kennt und die man am besten in seinem Bag aufbewahrt und so jederzeit zur Hand hat. Zu dieser Edition muss man jedoch wissen, dass sie die Regeln und auch die „Definitionen“ nur in einer gekürzten, dafür aber gut verständlichen Fassung enthält (wo in der Regel etwas fehlt, ist ein deutlicher Hinweis auf die Vollversion vorhanden), daher sollte in jedem „Golfer Haushalt“ auch die vollständige Version der Golfregeln vorhanden sein. Die dritte Version, „das offizielle Handbuch zu den Golfregeln“, mit all seinen Interpretationen, den Leitlinien für die Spielleitung, den Musterplatzregeln usw. ist dann eher etwas für die Spielleitungen, Referees etc., aber natürlich auch für interessierte Golfer.

An dieser Stelle möchte ich Ihnen in den nächsten Wochen

  1. Die wichtigsten Regeln oder sogar nur Teile davon in kurzer und möglichst verständlicher Form näher bringen.
  2. Ihnen an dem einen oder anderen Regelfall zeigen, wie man das Problem angehen und lösen kann.
  3. Ihnen zu vermitteln, was Sie tun können, wenn Sie auf dem Platz einmal nicht weiter wissen und
  4. Ihnen eine Möglichkeit zu geben, Fragen im Zusammenhang mit den Golfregeln zu stellen.

Da ich diese Newsletter-Serie für Sie, die interessierten Mitglieder, mache, wäre ein Feedback ihrerseits, egal ob positiv oder negativ, wünschenswert, um erforderlichenfalls Dinge zu verändern, zu verbessern und/oder ihren Bedürfnissen anzupassen. Sie können mich unter der Mail-Adresse spielfuehrer (at) gcrl.club hierzu erreichen.

Bevor wir im nächsten Newsletter anfangen, uns mit den Golfregeln zu beschäftigen, an dieser Stelle noch einmal ein Hinweis auf die oben bereits erwähnten „Definitionen“. Hier werden Begriffe erklärt, die immer wieder in den Regeln vorkommen und die jeder Golfer kennen sollte um die Regeln wirklich zu verstehen.

Ich würde mich freuen, wenn Sie den Newsletter Golfregeln abonnieren würden. Das entsprechende Anmeldeformular finden Sie direkt hier drunter.

Mit Sportlichen Grüßen,

Andreas Proske

Spielführer GC Rehburg-Loccum

Gesucht werden Mitglieder, die bereit sind, unsere Gruppe „Spielleitung“ bei der Abwicklung von Clubturnieren zu unterstützen.

Alle Interessierten werden in einer Informationsveranstaltung über die Aufgaben der Spielleitung informiert, eine verbindliche Entscheidung vor der Unterrichtung ist nicht erforderlich.

Folgendes Golfprofil wäre nützlich, aber nicht Voraussetzung:

  • regelmäßige Teilnahme an Turnieren oder Turnierserien (wie z.B. den 9-Loch-Turniere), da dies den zusätzlichen Zeitaufwand für den Interessierten deutlich verringert
  • Regelkenntnisse im „normalem“ Umfang
  • und/oder die Bereitschaft, sich mit den Regeln etwas intensiver zu beschäftigen

Bei Interesse schreiben Sie bitte eine kurze Nachricht an folgende Emailadresse: spielfuehrer (at) gcrl.club.

Die Informationsveranstaltung ist für Mitte bis Ende März an einem Samstag vorgesehen.


Ja, ich möchte mich auf die Mailingliste Golfregeln anmelden.
Bitte streichen Sie mich wieder von der Mailingliste Golfregeln.

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Regelecke (Regel 1)

30.01.2022 / Newsletter 2 des Spielführers

Zunächst einmal möchte ich mich bei euch für die zahlreichen positiven Rückmeldungen bezüglich meiner Absicht, etwas für die Verbesserung, Auffrischung etc. der Regelkenntnisse zu tun, bedanken, mit so viel Resonanz hätte ich nicht gerechnet und ich hoffe, dies bleibt weiterhin so. 

Nachdem ich beim letzten Mal auf die Wichtigkeit, die „Definitionen“ zu kennen, hingewiesen habe, können wir heute beginnen, uns mit den Regeln zu beschäftigen, wobei ich hier noch einmal darauf hinweisen möchte, dass ich mich zunächst nur auf das m. E. Wichtigste beschränke und wir zu gegebener Zeit (z. B. aufgrund Fragen Eurerseits) auch tiefer einsteigen können.

Die Regeln 1 bis 4 beschäftigen sich mit den Grundlagen des Spiels. Die Hauptaussage der Regel 1 könnte zusammengefasst lauten: Spiele den Platz, wie du ihn vorfindest und den Ball wie er liegt, spiele nach den Regeln und dem „Spirit of the Game“ (dem wahren Geist des Spiels) und verhalte dich entsprechend auf dem Platz. Im Einzelnen bedeutet dies unter anderem folgendes:

  1. keine Änderungen an der Platzkennzeichnung (Aus- und Abschlagmarkierungen etc.) vornehmen, außer die Regeln erlauben es,
  2. aufrichtig und ehrlich handeln, sprich, spiele nach den Regeln (dies sind auch die Platzregeln, die Ausschreibungen u. a.) und wende alle Strafen an, wenn sie anfallen,
  3. nimm Rücksicht auf andere und schone den Golfplatz.

Die anfallenden Strafen sollen dabei einen möglichen Vorteil des Spielers ausgleichen und es gibt drei Stufen:

  • 1 Strafschlag für einen geringen Vorteil sowohl im Loch- wie im Zählspiel und bei der Anwendung eines Erleichterungsverfahrens (soweit nicht straflos), die Grundstrafe, d. h. Lochverlust im Lochspiel und
  • 2 Strafschläge im Zählspiel, für Verstöße gegen die meisten Regeln, bei denen mehr als ein geringer Vorteil für den Spieler entsteht und
  • die Disqualifikation, sowohl im Loch- wie im Zählspiel, für Verstöße, bei denen der Vorteil zu groß ist, um das Ergebnis anzuerkennen.

Regelecke (Regel 2)

06.02.2022 / NEWSLETTER 3 DES SPIELFÜHRERS

Von Regel 2 sollte man wissen, dass der Golfplatz aus insgesamt 5 Bereichen besteht, dies sind

  1. das Gelände, welches den gesamten Platz umfasst, mit Ausnahme der vier nachfolgend aufgeführten vier besonderen Bereiche, dies sind
  2. der Abschlag, den der Spieler bei Beginn des Lochs benutzen muss, das gerade gespielt wird
  3. alle Penalty Areas (PA),
  4. alle Bunker und
  5. das Grün des Lochs, das der Spieler gerade spielt.

In vielen Regelfällen ist es wichtig zu wissen, in welchem Bereich des Platzes der Ball zur Ruhe gekommen ist, denn dies beeinflusst die anwendbare Regel beim Spielen des Balls oder bei der Inanspruchnahme von Erleichterung. PA`s und Bunker behalten ihren Status immer, egal welches Loch gerade gespielt wird, mit Grün ist auch nur das Grün des Lochs gemeint, das der Spieler gerade spielt, alle anderen Grüns sind „falsches Grün“ gemäß Definition.

Damit kommen wir zum Abschlag und zur Beantwortung der gestellten Frage „Was ist der Abschlag?“:

Der Abschlag ist der Bereich des Abschlagbauwerks von dem der Spieler zu Beginn des Lochs spielen muss. Der Abschlag ist ein Rechteck mit zwei Schlägerlängen Tiefe, bei dem die Vordergrenze definiert ist durch die Linie zwischen den vordersten Punkten und die Seitengrenzen durch die Verlängerung der Linien von den äußersten Punkten der gesetzten Abschlagmarkierungen nach hinten. Alle anderen Abschlagflächen auf dem Platz (gleich ob auf demselben Loch oder einem anderen Loch) sind keine Abschläge sondern Teil des Geländes.

In euren Antwort-Mails war auch einmal von Herren- und Damenabschlägen (gelb und rot) die Rede. Diese Formulierung dürfte unter Golfern allgemein bekannt und geläufig sein, obwohl sie eigentlich nur teilweise richtig ist, denn auf anderen Golfplätzen gibt es durchaus auch mehr als zwei verschiedene Abschläge (Jugendabschläge mal außen vor). Diese Abschläge können dann die unterschiedlichsten Farben haben. Ob sie von Damen und/oder Herren für eine vorgabewirksame Runde benutzt werden können, hängt allein von der Tatsache ab, ob sie auch jeweils für die Damen und/oder die Herren „geratet“ wurden (wenn ja, dann findet man irgendwo im Club eine Tabelle, anhand derer man seine Spielvorgabe für das Spielen des Platzes von diesem Abschlag ermitteln kann). Im Turnierbetrieb findet jeder den Abschlag von dem er oder sie spielen muss in der Ausschreibung, auf jeden Fall aber auf der Scorekarte.

Im Weiteren beschäftigt sich Regel 2 noch mit Gegenständen oder Bedingungen, die das Spiel beeinflussen können und mit Spielverbotszonen, aber hierzu später mehr.

Zum Schluss noch ein kleiner Regelfall zum Üben:

Der Spieler schlägt ab, der Ball trifft einen Baum, prallt ab und kommt 30 cm neben dem Spieler innerhalb des Abschlags zur Ruhe. Der Spieler nimmt den Ball auf und setzt ihn an einer anderen Stelle auf dem Abschlag auf ein Tee auf und schlägt erneut ab. Danach braucht er weitere vier Schläge bis der Ball im Loch der zu spielenden Bahn zur Ruhe kommt. Welche Schlagzahl muss sich der Spieler für dieses Loch auf der Scorekarte notieren 6, 7 oder 9?

Die Lösung gibt es im nächsten Newsletter. 


REGELECKE

13.02.2022 / NEWSLETTER 4 DES SPIELFÜHRERS

Die Lösung des Regelfalls aus dem letzten Newsletter:

Alle von mir vorgeschlagenen Lösungen wurden von euch mindestens einmal genannt, woraus ich entnehme, dass die richtige Lösung für viele wohl nicht so ganz einfach zu ermitteln war.

Wie gehe ich am besten vor?

Zum einen wurde der Ball im Spiel vom Spieler bewegt, zum anderen ist der Ball in einem „Bereich“ (s. letzten Newsletter Regel 2), nämlich im „besonderen Bereich Abschlag“ zur Ruhe gekommen. Wenn ein Ball in einem besonderen Bereich zur Ruhe gekommen ist, ist es zweckmäßig bei den entsprechenden Regeln zu beginnen. Drei dieser besonderen Bereiche haben jeweils eine eigene Regel, Penalty Area (R 17), Bunker (R 12) und Grün (R13), der Abschlag hat es mangels Umfang nicht zu einer eigenen Regel geschafft, sondern wurde in R 6 untergebracht, genauer gesagt in R 6.2 und die Sache, die uns interessiert, finden wir dann im Unterpunkt „(6) Ball im Spiel liegt innerhalb des Abschlags“ und dieser Punkt führt uns zu der Erkenntnis, der Spieler hat nichts falsch gemacht und kann sich korrekterweise eine 6 auf der Scorekarte notieren.

Wer seine Recherche beim bewegten Ball beginnt, müsste zunächst, nach einem Blick ins Inhaltsverzeichnis des Regelbuchs, auf Regel 9.4 „Ball durch Spieler aufgenommen oder bewegt“ stoßen und zu der scheinbar richtigen Erkenntnis kommen, dass dies Aufnehmen zu mindestens einem Strafschlag geführt hat. Allerdings gibt es, wenn man weiter liest, 4 Ausnahmen, bei denen der Spieler straflos bleibt. Die Ausnahmen 2 bis 4 kommen hier offensichtlich nicht in Betracht, da es bei allen um das „versehentliche Bewegen“ geht. Also kommt allenfalls noch Ausnahme 1 in Betracht: eine Regel erlaubt dem Spieler sein Tun oder schreibt es sogar vor. Eine solche Regel kann sich dann nur mit dem „Bereich“ in dem der Ball zur Ruhe gekommen ist, also hier mit dem Abschlag, beschäftigen und so kommen wir, wenn auch auf Umwegen, auch zur Regel 6.2 (6).


Regelecke (Regel 3)

20.02.2022 / NEWSLETTER 5 DES SPIELFÜHRERS

Zuerst möchte ich mich bei euch allen recht herzlich für die von mir nicht erwartete Zahl von Anmeldungen bedanken, da macht die Arbeit, die mit dem Erstellen des Newsletters verbunden ist, gleich erheblich mehr Spaß, auch eure Fragen, Kritik, Vorschläge etc. tragen erheblich dazu bei, also bitte weiter so.

Mein Newsletter ersetzt natürlich nicht komplett das Studium der Golfregeln durch euch (wie intensiv entscheidet jeder nach seinen eigenen Bedürfnissen). In meinem Newsletter möchte ich deshalb nicht einfach nur den Regeltext abarbeiten, sondern euch vorrangig Möglichkeiten bzw. Wege zeigen, wie ihr selbstständig zur Lösung eines Regelproblems kommt. Deshalb würdet ihr im Idealfall, bevor ihr mich fragt, erst einmal versuchen, alleine zu einer Lösung zu kommen und mir dann die Frage mit eurer Lösung schicken. Dies ist natürlich nicht zwingend, ihr bekommt auch ohne entsprechenden Versuch eine Antwort, aber solche Versuche üben eben auch. Ich versuche sie zu vermeiden, aber „Nobody is perfect“, auch ich nicht, daher an euch die Bitte, solltet ihr Fehler in Bezug auf die Golfregeln in meinen Texten entdecken (auch wenn ihr euch nicht absolut sicher seid), schreibt bitte gleich, damit ich diese umgehend berichtigten kann.

Jetzt aber zu den Golfregeln, bei denen sich Regel 3 mit dem Turnier beschäftigt und den dort vorkommenden Spielformen Lochspiel (hier spielen ein Spieler und ein Gegner direkt gegeneinander auf der Grundlage gewonnener, verlorener oder geteilter Löcher) und Zählspiel (hier stehen alle Spieler im Wettbewerb miteinander auf der Grundlage der Summe aller Schläge jedes Spieler auf jedem Loch aller Runden) und mit anderen Formen des Zählspiel gemäß Regel 21. Ferner noch mit dem Unterschied zwischen Brutto-Turnier (alle gemachten Schläge einschließlich Strafschläge zählen) und Netto-Turnier (hier werden vom Bruttoergebnis die Vorgabenschläge des Spielers abgezogen, entweder vom Gesamtergebnis oder einzeln bei jedem Loch, abhängig von der Spielform).

Mit dem Lochspiel, welches im Club nicht so oft gespielt wird, und den speziellen Regeln werden wir uns bei passender Gelegenheit näher beschäftigen. Heute möchte ich mich auf das Zählspiel beschränken: 

  • Gewinner im Zählspiel (ggf. unterteilt nach Handicapklassen im Netto-Turnier) ist der Spieler, der die bzw. alle Runde(n) mit dem niedrigsten Gesamtergebnis beendet.
  • Die Spielleitung bestimmt den Zähler, der den Spieler die gesamte Runde begleitet, nach jedem Loch die Anzahl der Schläge (einschl. Strafschläge) mit dem Spieler abklärt, auf der Scorekarte einträgt und nach der Runde bestätigt (Unstimmigkeiten sind mit der Spielleitung abzuklären). Ein Wechsel des Zählers ist nur mit Zustimmung der Spielleitung (vorher oder nachträglich) möglich.
  • Der Spieler sollte die von seinem Zähler eingetragenen Ergebnisse sorgfältig prüfen, muss sicherstellen, dass der Zähler die Scorekarte unterschreibt, darf ohne seine Zustimmung keine Änderungen daran vornehmen und muss die Scorekarte anschließend selber unterschreiben und bei der Spielleitung (bei uns im Sekretariat oder manchmal auch über eine Box) unverzüglich einreichen. Verstößt der Spieler gegen eine dieser Bestimmungen aus Regel 3.3b, ist er disqualifiziert.

Sollte der Spieler ein falsches Ergebnis für ein Loch einreichen, gilt

  • das eingetragene Ergebnis ist höher als das tatsächlich gespielte: das eingetragene, höhere Ergebnis gilt,
  • das eingetragene Ergebnis ist niedriger als das gespielte: der Spieler ist disqualifiziert (Ausnahme: der Spieler hat eine ihm unbekannte Strafe nicht berücksichtigt, dann wird das Ergebnis durch die Spielleitung berichtigt, solange die unberücksichtigte Strafe nicht die Disqualifikation ist).

Der letzte, wichtige Punkt ist: der Spieler muss an jedem Loch einer Runde einlochen (es gibt Ausnahmen bei anderen Formen des Zählspiels wie Stableford usw.), locht der Spieler nicht ein und berichtigt diesen Fehler dann nicht regelkonform, so ist der Spieler disqualifiziert.

Im Zusammenhang mit der Regel 3 noch ein praktischer Tipp für die Runde, welcher euch hoffentlich hilft, immer eine entspannte und schöne Runde ohne Stress und Ärger zu haben:

Als Zähler (aber ebenso als Mitspieler) solltet ihr natürlich, im Interesse aller übrigen Teilnehmer eines Zählspielturniers, darauf achten, dass die Ergebnisse in eurer Spielgruppe regelgerecht zustande kommen, ihr seid aber nicht eine Art "Richter". Ich will damit sagen, Meinungsunterschiede über Regelfragen kommen vor, diese sollten aber nicht zum Streit innerhalb der Spielgruppe führen und allen den Spaß an der Runde verderben. Es reicht völlig aus, den Spieler über eure andere Meinung und die Spielleitung nach der Runde über die fragliche Sachlage zu informieren, diese entscheidet dann. Denn schlussendlich ist der Spieler für den Eintrag auf der Scorekarte verantwortlich und muss bei Regelfragen/-problemen alle verfügbaren Informationen heranziehen (also auch euren Hinweis) und im Falle, dass er die Sachlage falsch gesehen hat, mit den Konsequenzen leben.

Im nächsten Newsletter werden wir uns ganz kurz mit der Regel 4 befassen und uns dann ausführlich einem speziellen Regelfall auf unserem Platz widmen.


Regelecke (Regel 4)

25.02.2022 / NEWSLETTER 6 DES SPIELFÜHRERS

Bisher habe ich in Bezug auf die Häufigkeit des Newsletters noch keine Rückmeldung von euch erhalten. Da aber die Saison näher rückt und ich aufgrund des Wetters noch Zeit habe, habe ich mich entschlossen, zunächst die Frequenz der Newsletter zu erhöhen. Ich hoffe, dies ist in eurem Sinne.

Die Regel 4 beschäftigt sich mit der Ausrüstung, also den Schlägern, Bällen, u. a. Dingen. Von dieser Regel sollten euch mindestens die nachfolgenden Punkte bekannt sein:

  1. Ihr dürft nur zugelassene Schläger verwenden (hier könnt ihr ruhigen Gewissens davon ausgehen, dass alle in den letzten Jahren neu oder gebraucht gekauften Schläger zugelassen sind, im Zweifel fragt einfach die Spielleitung vor Beginn der Runde oder schaut im Internet nach unter www.randa.org im Abschnitt „The Official Rules of Equipment“). 
  2. Gleiches trifft auch für die Bälle zu. Bei uns auf dem Platz dürfen, auch im Turnier, alle zugelassenen Bälle verwendet werden. Wenn ihr Wettspiele auf anderen Plätzen und/oder auf Verbandsebene etc. spielt, empfehle ich dringend, einen Blick in die Ausschreibung zu werfen, ob es Einschränkungen (List of Conforming Golf Balls, 1-Ball-Regelung o. ä.) gibt.
  3. Ihr dürft maximal 14 Schläger mitführen (auf der Runde gefundene Schläger dürfen natürlich mitgenommen, aber nicht benutzt werden); verlorene oder beschädigte Schläger dürfen grundsätzlich nicht ersetzt werden. Beschädigte Schläger dürfen aber durchaus noch benutzt werden (entweder instandgesetzt, wenn auf der Runde überhaupt möglich, oder auch im beschädigten Zustand).
  4. An Schlägern, bei denen man die Schlagflächenneigung etc. verstellen kann, dürft ihr während der Runde keine Veränderungen vornehmen.
  5. Zerbricht der Spielball nach einem Schlag in Stücke, zählt der Schlag nicht und ihr müsst straflos einen neuen Ball von der Stelle spielen, von der ihr den Schlag gemacht habt, der Ball muss mittels droppen ins Spiel gebracht werden.
  6. Wenn ihr einen berechtigten Grund zur Annahme habt, dass euer Spielball beschädigt ist, dürft ihr den Ball, nachdem seine Lage vorher markiert wurde, aufnehmen und überprüfen, dabei darf der Ball nicht gereinigt werden. Wird eine Beschädigungen festgestellt (der Ball ist eingekerbt oder er hat einen Sprung; Kratzer, Abschürfungen u. ä. zählen aber nicht), darf der Ball ersetzt werden. 
  7. Falls ihr die Absicht habt, ungewöhnliche Ausrüstung zu benutzen, empfiehlt es sich, sich vor dem Kauf schlau zu machen, ob die Ausrüstung auch zulässig ist. Grundsätzlich gilt: Entfernungs- und Richtungsangaben (z.B. durch ein Entfernungsmessgerät oder einen Kompass) zu erhalten, ist zulässig; medizinische Ausrüstung (Tape, Bandage etc.) ist grundsätzlich erlaubt, sofern sie nicht im Übermaß verwendet wird oder dazu dient, ein Gelenk zu stabilisieren und dadurch beim Schwung hilft. Was die übrige Ausrüstung wie Handschuhe, Tees usw. anbelangt, könnt ihr, solange diese Dinge keine ungewöhnlichen Eigenschaften, Maße etc. haben, davon ausgehen, dass sie regelkonform sind. Bei Zweifeln gilt wie immer, einfach fragen. 

Wie im letzten Newsletter angekündigt, beschäftigen wir uns heute mal mit einem realen Regelfall, der einem Mitglied auf unserem Platz passiert ist und um dessen allgemeine Bekanntmachung er gebeten hat.

Bei uns gibt es an etlichen Spielbahnen Penalty Areas, von denen die meisten in den Platzregeln als Spielverbotszonen ausgewiesen sind, die nicht betreten werden dürfen (gekennzeichnet durch rote Pfähle mit grünem Kopf). Und wir haben in der Saison eine Herde Schafe als biologische Rasenmäher auf dem Platz. Die Weidefläche dieser Schafherde wird durch einen elektrisch geladenen Weidezaun begrenzt und liegt meistens im Gelände. Die Fläche innerhalb des Weidezauns wurde in den Platzregeln zu ungewöhnlichen Platzverhältnissen, hier: Boden in Ausbesserung, erklärt und gleichzeitig, im Interesse von Mensch und Tier, zur Spielverbotszone mit Betretungsverbot. Es kann im Laufe des Jahres allerdings auch zeitweise dazu kommen, dass sich die Weidefläche zu einem Teil innerhalb der o. g. Penalty Area (rote Pfähle/grüner Kopf) und teilweise im Gelände befindet. Dies war beim nachfolgenden Regelfall so. 

Der Fall: Unser Mitglied spielt seinen Ball. Dieser startet in Richtung Weidefläche, überquert zunächst den Weidezaun, anschließend die Grenze zur rot/grün gekennzeichneten Penalty Area und kommt, für alle Mitglieder der Spielgruppe klar erkennbar, auf dem Teil der Weidefläche zur Ruhe, der sich innerhalb dieser Penalty Area befindet. Der Spieler reklamiert straflose Erleichterung gemäß Regel 16.1f, weil sein Ball zuerst die Grenze (= den Weidezaun) zum Boden in Ausbesserung überquert hat, die Mitspieler teilen diese Auffassung nicht. Sie sagen, der Ball liegt innerhalb der Penalty Area, deshalb kommt nur Erleichterung mit einem Strafschlag gemäß Regel 17.1 in Frage. Die Frage an euch: Welche Auffassung ist nun richtig? Die Lösung gibt es im nächsten Newsletter. 

Da wir uns mit den Regeln noch am Anfang befinden, für viele eine nicht ganz einfache Frage, aber versucht euch ruhig mal an einer Lösung. Bisher ist noch „kein Meister vom Himmel gefallen“ und blamieren kann man sich definitiv nicht, vielmehr kann ich anhand falscher Antworten eher erkennen, wo ich vielleicht tiefer einsteigen muss. Also mitmachen und auch schreiben, wo es sonst Probleme mit und Fragen zu den Regeln gibt. 


Regelecke

02.03.2022 / NEWSLETTER 7 DES SPIELFÜHRERS

Auf der einen Seite ist es ja erfreulich, dass fast alle Antworten richtig waren, auf der anderen Seite bin ich über die geringe Beteiligung, insbesondere aus den Reihen der „Golfneulinge“, schon etwas enttäuscht. Ohne ausreichendes Feedback gerade aus diesen Reihen, weiß ich nicht, wo da Verständnisprobleme oder Unklarheiten bestehen. Also, ich hoffe da auf eine baldige Änderung und mehr Aktivität.

Bevor wir uns jetzt der Lösung der Regelfrage widmen, eines zur Klarstellung vorweg: die Formulierung „wo ein Ball zuerst eine Grenze überquert hat“ kommt in den Golfregeln nicht vor. Die Golfregeln kennen nur die Formulierung „wo ein Ball zuletzt eine Grenze überquert hat“, dieser Punkt dient dann als Bezugspunkt zur Bestimmung des Erleichterungsbereichs. Mit dem Bezugspunkt werden wir uns im nächsten Newsletter einmal etwas ausführlicher beschäftigen, ebenso mit einer Einsendung zum aktuellen Regelfall.

Die Lösung: Zur Ermittlung, welche Regel in diesem Fall zur Anwendung kommt, ist es, wie wir bereits gelernt haben, zunächst einmal wichtig, festzustellen, ob es bekannt oder so gut wie sicher ist (siehe „Definitionen) in welchem Bereich der Ball denn nun zur Ruhe gekommen ist. Auf den ersten Blick scheint es hier zwei Möglichkeiten zu geben, ungewöhnliche Platzverhältnisse (Weidefläche) und Penalty Area. Da wir uns mit Regel 2 bereits beschäftigt haben, wissen wir, dass es insgesamt fünf Bereiche gibt: Gelände und die vier besonderen Bereiche: Abschlag des Lochs, das gerade gespielt wird, alle Penalty Areas, alle Bunker und das Grün des zu spielenden Lochs. Da weder Spielverbotszonen noch ungewöhnliche Platzverhältnisse in dieser Aufzählung vorkommen, lautet die Antwort auf die Frage „Wo ist der Ball zur Ruhe gekommen?“ eindeutig: in der Penalty Area. Daher kommt hier also ohne jeden Zweifel Regel 17 (17.3 in Verbindung mit 17.1d) zur Anwendung und die Mitspieler hatten recht.

Wer nun sagt, der Ball liegt doch aber auch auf ungewöhnlichen Platzverhältnissen, der möge sich einmal Regel 16, den Text unter „Zweck“ und ausführlicher die Regel 16.1a (2), durchlesen, dann sollte alles klar sein, oder?

Um den Fall jetzt endgültig abzuschließen, wäre nur noch zu klären, welche Möglichkeiten der Spieler hat, um Erleichterung zu nehmen. Diese Möglichkeiten findet ihr in der Regel 17.1d in den Unterpunkten (1) und (2), jeweils mit einem Strafschlag, Erleichterung nach (3), die bei „roten“ PA`s eigentlich auch zur Wahl steht, ist in diesem Fall praktisch nicht möglich und entfällt daher.

Da wir gerade bei Besonderheiten auf unserem Platz sind, können wir uns auch gleich mit einer Frage und einem Vorschlag aus euren Reihen beschäftigen.

Es geht um die „Baumsperre/Zaun“ an Bahn 5 und da gab es wohl schon des Öfteren unterschiedliche Auffassungen. Da ihr alle euch inzwischen mit den Definitionen beschäftigt habt, werdet ihr auch auf den Begriff Hemmnis gestoßen sein, von denen es zwei Arten gibt, nämlich das bewegliche und das unbewegliche (siehe auch hier die entsprechenden Definitionen). Das Regelbuch hat für beide Arten eine eigene Regel, die auch die Art der möglichen Erleichterung regelt. Das genaue Problem mit dieser Barriere ist mir leider aus der Schilderung immer noch nicht klar geworden, möglicherweise wegen der Verwendung des Wortes „Baumstämme“, womit auch die dort ebenfalls stehenden Bäume gemeint sein könnten. Wenn eine Behinderung ausschließlich durch diese Bäume besteht, kommt eine straflose Erleichterung nach den Regeln für ein Hemmnis (dies wären Regel 15 oder 16) nicht in Betracht, hier würde dann Regel 19 „Ball unspielbar“ greifen. Wird die Behinderung von Stand oder Schwung allerdings durch die bearbeiteten Baumstämmen, die auf in den Boden eingesetzten Trägern ruhen, hervorgerufen, greift hier die Regel 15 oder 16, je nachdem. Die Träger sind zweifelsfrei „unbeweglich“, die darauf liegenden dicken Baumstämme dürften auch von vier kräftigen Personen (und mehr wären „unverhältnismäßig“) nicht bewegt werden können und sind somit auch „unbeweglich“, einzig die dünnen Stämme lassen sich eventuell bewegen (wenn der Spieler dies denn möchte). Wo liegt nun der Unterschied bei der Erleichterung? Bewegliche Hemmnisse dürfen laut Regel 15.2a(1) straflos entfernt werden, der Ball wird dann gespielt, wie er liegt. Sollte nach dem Entfernen des beweglichen Hemmnisse noch Behinderung durch den unbeweglichen Teil des Hemmnisses bestehen, greift auch hier die Regel 16.1 und da der Ball dort im Gelände liegt, Regel 16.1b. Auch diese Regel gewährt straflose Erleichterung, dazu ist der Bezugspunkt zu bestimmen (dies ist der nächstgelegene Punkt der vollständigen Erleichterung im Gelände). Die Größe des Erleichterungsbereichs beträgt eine Schlägerlänge (des längsten Schlägers, außer dem Putter) vom Bezugspunkt, nicht näher zum Loch und der Erleichterungsbereich muss im Gelände liegen.

Den Vorschlag, das gesamte Konstrukt in den Platzregeln zum unbeweglichen Hemmnis zu erklären (dies wäre nach den Golfregeln möglich), werden wir bei Gelegenheit im Spielausschuss besprechen. Vorerst aber bleibt alles beim Alten. Im Übrigen hoffe ich, ich konnte alle Unklarheiten beseitigen. Wenn nicht, bitte nochmal präzise schildern, wo genau das Problem liegt.


Regelecke

07.03.2022 / NEWSLETTER 8 DES SPIELFÜHRERS

Aufgrund einiger Zusendungen fange ich heute einmal mit Dingen an, die zwar durchaus auch etwas mit den Golfregeln zu tun haben (Regel 1.2), aber noch mehr mit anderen Dingen, wie zum Beispiel der „Haus-, Platz- und Spielordnung der GC Rehburg-Loccum GmbH & Co. KG“ (Die übrigens im Club aushängt). 

Zwar ändern sich die Zeiten, aber nicht alles wird über Bord geworfen. So war es früher auf fast allen Golfplätzen so, dass ab November keine Trolleys, geschweige denn Cards, erlaubt waren, die Bags wurden getragen und Sommergrüns waren bis mindestens Anfang April tabu. Dies hat sich durch den Klimawandel zwar etwas geändert, da aber weiterhin die Temperaturen auf oder unter den Gefrierpunkt fallen können, dürfen weder die regulären Abschläge noch die Sommergrüns bei Frost oder Raureif bespielt und auch nicht betreten werden. Ein Nichtbeachten dieser Vorgaben führt zu Schäden auf den Flächen, mit der Folge eines erhöhten Pflegeaufwands (= das kostet) und, aus sportlicher Sicht, zu schlechteren Spielbedingungen während der Saison. Da alle Mitglieder sowohl per Newsletter als auch durch Aushang informiert werden, gibt es auch keine Ausrede für derartiges Fehlverhalten. Was also soll ich als Mitglied tun, wenn ich solches oder auch anderes Fehlverhalten sehe (wie z. B., mit dem Trolley über Abschläge oder das Grün fahren usw.). Nach meiner persönlichen Ansicht schädigt solches Verhalten von Mitgliedern oder Gästen alle anderen Mitglieder und sollte nicht hingenommen werden. Wenn möglich, sollten diese Leute möglichst sofort freundlich, aber deutlich, auf ihr Fehlverhalten hingewiesen werden. Wenn dies nicht möglich ist oder andere Gründe dagegen sprechen oder die Angesprochenen ihr Verhalten nicht ändern, sollte das Sekretariat oder der GF telefonisch oder auf andere Art sofort oder auf jeden Fall später informiert werden. Aufgrund unseres Buchungssystems können diese Leute in aller Regel ermittelt und geeignete Maßnahmen ergriffen werden. 

Zu unserem Regelfall aus den beiden letzten Newsletter zitiere ich aus einer weiteren Zuschrift: „Der Mitspieler reklamierte die erste Grenze, nämlich den Weidezaun als regelbestimmende Grenze, da der Ball ja auch im Streifen vor der Penalty Area (PA) liegen könnte bzw. drückte sich juristisch aus und meinte, das erste Vergehen zähle“. Machen wir aus dieser Behauptung doch noch zwei separate Regelfälle zur Verdeutlichung:

  1. Der Ball des Spielers fliegt in Richtung einer PA und einer Fläche ungewöhnliche Platzverhältnisse (UPV), diesmal ist allerdings nur bekannt oder so gut wie sicher, dass der Ball entweder in der PA oder der Fläche UPV gelandet ist. Der Ball wird innerhalb der Suchzeit nicht gefunden (oder es konnte nicht gesucht werden, wie bei uns). Nach den Informationen, die der Spieler hat, besteht eine 50% Wahrscheinlichkeit, dass der Ball in der PA zur Ruhe gekommen ist. Wie ist hier zu verfahren?
  2. Der Ball des Spielers fliegt in Richtung einer PA, einer Fläche UPV und einer Fläche hohen Rough. Der Ball wird innerhalb der Suchzeit nicht gefunden. Nach den Informationen, die der Spieler hat, besteht eine gleichgroße Wahrscheinlichkeit, dass der Ball auf einer dieser Flächen zur Ruhe gekommen ist. Wie ist hier zu verfahren? 

Dann noch einmal ein dringender und deutlicher Hinweis: „Wir sprechen „Golferisch“. Was soll das heißen? Ich habe schon wiederholt auf die Bedeutung der „Definitionen“ hingewiesen, sie sind zu finden auf den Seiten 220 bis 243 der „Offiziellen Golfregeln“ (oder, wer diese nicht besitzt, kann sich auch die kostenlose App vom R&A „Rules of Golf“ auf deutsch – incl. vollständiger Definitionen – herunterladen; mit dem dort auch vorhandenen Feature „Optische Suche“ ist man auch auf dem Platz gut bedient, einfach mal ausprobieren). Wer sich diese Definitionen noch nicht durchgelesen hat (am besten mehrfach), wird große Probleme haben, die Golfregeln und auch meinen Newsletter zu verstehen, denn die Kenntnis der Definitionen setze ich voraus.

Jetzt aber wollen wir uns, wie angekündigt, mit dem Bezugspunkt beschäftigen. Dieser Punkt kommt immer dann ins Spiel, wenn wir „Erleichterung“ nehmen, egal ob mit oder ohne Strafe. 

Bezugspunkte sind entweder:

  1. Der Spielball bzw. der Punkt unmittelbar hinter dem Ball (bei Ball unspielbar bzw. im Gelände eingebetteter Ball) oder
  2. der nächstgelegene Punkt vollständiger Erleichterung (oder, nur im Bunker, größtmöglicher Erleichterung), dies ist der Punkt, auf dem der Ball liegen müsste, damit weder Stand noch Schwung des Spielers behindert wären oder
  3. die (geschätzte) Stelle, an der der Ball zuletzt die Grenze zu ungewöhnlichen Platzverhältnissen oder zu einer Penalty Area gekreuzt hat oder
  4. ein vom Spieler selbst bestimmter Punkt auf der Linie „Fahne-Balllage-zurück“, wenn der Spieler Erleichterung „auf der Linie zurück“ nimmt oder
  5. die (geschätzte oder bekannte) Stelle, von der der Spieler den letzten Schlag gemacht hat (= Erleichterung „mit Schlag und Distanzverlust“). 

Von diesem festgelegten Bezugspunkt aus wird dann der Erleichterungsbereich (entweder eine oder zwei Schlägerlängen), in dem der Ball dann zu droppen ist, bestimmt. 

Ob es mir gelungen ist, dies alles für alle einfach und verständlich zu erklären, weiß ich nicht, werde es aber anhand von eingehenden Nachfragen sehen. Apropos "sehen", wer die Offiziellen Golfregeln besitzt, kann sich dort auch bei den einzelnen Regeln (das wären 16, 17 und 19) einige Abbildungen ansehen, die sicherlich beim Verstehen helfen. Ansonsten werden wir uns mit dieser Materie noch einmal eingehender beschäftigen, wenn wir zu diesen Regeln kommen.


Regelecke (Regel 5)

13.03.2022 / NEWSLETTER 9 DES SPIELFÜHRERS

Auf die beiden Fragen im letzten Newsletter, von denen ich eine als leicht und die andere als schwer richtig zu beantworten einstufe, habe ich bisher von einem Leser eine Antwort bekommen. Bei weit über 100 Abonnenten ist dies etwas sehr wenig und mir stellt sich die Frage, woran das liegt. Insbesondere da bisher auch noch niemand Kritik geübt oder Wünsche geäußert hat, wie ich den Newsletter besser oder in anderer Form machen könnte. 

Die Lösung der beiden o. g. Fragen verschiebe ich erst einmal bis zum nächsten Newsletter, in der Hoffnung, dass da noch etwas mehr Resonanz kommt. Außerdem werde ich den Newsletter ab sofort immer am Samstag verschicken, dann bleibt auf jeden Fall das Wochenende, um sich damit zu beschäftigen. 

Mit Regel 5 beginnen jetzt die Regeln, die, obwohl ich mich nur auf das Wichtigste beschränke und viele Einzelheiten gar nicht erwähne, recht umfangreich ausfallen. Von dieser Regel sollte man auf jeden Fall folgendes wissen: 

  • eine Runde besteht aus 18 oder weniger Löchern, die in der von der Spielleitung festgelegten Reihenfolge gespielt werden müssen
  • im Lochspiel darf der Spieler vor oder zwischen zwei Runden auf dem Platz üben
  • im Zählspiel ist Üben auf dem Platz vor der Runde nicht erlaubt, lediglich Putten oder Chippen auf oder nahe des für den Spieler ersten Abschlags ist erlaubt, des weiteren natürlich auf allen ausgewiesenen Übungsflächen; nach der letzten Runde des Tages allerdings, darf der Spieler, der dann immer noch nicht genug hat, auch wieder auf dem Platz üben
  • der Spieler muss zu seiner Startzeit (und nicht vorher) beginnen, dies bedeutet, dass der Spieler zu der von der Spielleitung bestimmten Startzeit (z.B. 9 Uhr, dies bedeutet 9:00:00 Uhr und nicht eine Zeit bis 9:00:59) und am von ihr festgelegten Ort (= Abschlag) spielbereit anwesend sein muss (d. h. mindestens mit einem Ball und einem Schläger). Ist das nicht der Fall, wird der Spieler disqualifiziert, außer eine der folgenden Ausnahmen trifft zu:
  1. du triffst maximal 5 Minuten zu spät am Abschlag ein oder du schlägst nicht mehr als 5 Minuten zu früh ab (dann fällt nur die Grundstrafe an) oder 
  2. die Spielleitung stellt außergewöhnliche Umstände (z.B. leisten von erster Hilfe o.ä.) fest oder 
  3. der Abschlag verzögert sich, weil die Spielbahn noch nicht frei ist. In den Fällen 2 und 3 bleibt der Spieler straffrei. 
  • die Runde endet, sobald im Lochspiel das Ergebnis nach Regel 3.2a(3) oder (4) feststeht und im Zählspiel, sobald der Spieler am letzten Loch eingelocht hat
  • der Spieler muss immer in seiner Spielgruppe bleiben, ansonsten erfolgt Disqualifikation
  • auf der Runde oder während einer Spielunterbrechung darf der Spieler keinen Übungsschlag ausführen
  • der Spieler darf das Spiel weder beim Spielen des Lochs noch zwischen den Löchern unangemessen verzögern (Beispiele hierfür: vergessenen Schläger holen, länger als drei Minuten nach dem Ball suchen usw.), er sollte innerhalb von 40 Sekunden schlagen nachdem er dazu ohne Störung und Ablenkung in der Lage ist oder sein sollte, eher noch schneller
  • im Zählspiel sollte möglichst „Ready Golf“ vereinbart werden, d. h. der Spieler, der zum Spielen bereit ist, spielt seinen Ball außerhalb der Reihenfolge auf sichere und verantwortungsvolle Weise, wenn der oder die Mitspieler dazu noch nicht bereit sind
  • der Spieler muss das Spiel unterbrechen, wenn die Spielleitung das Spiel aussetzt, bei Blitzgefahr sofort, bei Unterbrechung aus anderem Grund: während ein Loch gespielt wird, spätestens, wenn das Loch beendet wurde; sofort, wenn die Spieler gerade zwischen zwei Löchern sind (d. h. ein Loch ist beendet, das nächste wurde noch nicht begonnen); die Strafe für einen Verstoß gegen diese Regel ist die Disqualifikation
  • wenn ein Spieler begründete Blitzgefahr als gegeben sieht, darf der Spieler das Spiel unterbrechen, aber er muss die Spielleitung so bald wie möglich informieren
  • das unterbrochene Spiel muss zu der von der Spielleitung festgesetzten Zeit an der Stelle, an der das Spiel unterbrochen wurde, also entweder auf einer Spielbahn oder auf dem nächsten Abschlag, wieder aufgenommen werden, dies gilt auch, wenn das Spiel erst am nächsten Tag fortgesetzt wird
  • wird das Spiel nach dieser Regel 5.7 unterbrochen, darf der Spieler den Ball markieren und aufnehmen. Vor oder bei Wiederaufnahme des Spiels muss der Ball an diese Stelle zurückgelegt werden, die, wenn sie nicht mehr ermittelt werden kann, geschätzt werden muss
  • das Spiel muss zu der von der Spielleitung festgesetzten Zeit und/oder auf Signal wieder aufgenommen werden (es gelten dieselben Vorschriften wie zu Beginn der Runde). 

Regelecke (Regel 6)

19.03.2022 / NEWSLETTER 10 DES SPIELFÜHRERS

Die Formulierung „das erste Vergehen zählt“ (eine Aussage, die ich wie folgt verstehe: die erste Grenze, die der Ball kreuzt, zählt) ist zwar eine nette Idee, besonders für das eigene Handicap, hat aber mit den Golfregeln nichts zu tun und trifft daher nicht zu (s. a. Newsletter Nr. 7). Nun aber die Auflösungen zu den beiden Fällen aus Newsletter Nr. 8: 

  1. Es ist zu 100% bekannt, dass der Ball entweder in ungewöhnlichen Platzverhältnissen (Regel 16) oder in einer Penalty Area (Regel 17) zur Ruhe gekommen ist. Beide Regeln (siehe 16.1e bzw. 17.1c) sehen die Möglichkeit der Inanspruchnahme von Erleichterung vor, auch wenn der Ball nicht gefunden wird, es aber bekannt oder so gut wie ist, dass der Ball dort zur Ruhe gekommen ist. Daher kann in diesem speziellen Fall Erleichterung mit einem Strafschlag gemäß Regel 17 genommen werden (genau erklärt in der Interpretation 17.1a/2) und der Spieler muss nicht Erleichterung mit Schlag und Distanzverlust nehmen.
  1. Der zweite Fall dagegen ist einfach. Da der Ball irgendwo auf dem Platz liegen kann und er innerhalb der drei Minuten Suchzeit nicht gefunden wird, ist er gemäß Regel 18.2 verloren und der Spieler hat hoffentlich einen provisorischen Ball nach Regel 18.3 gespielt, was ihm den Rückweg zu der Stelle erspart, von der der ursprünglichen Ball gespielt wurde. 

Da der nachfolgende Beitrag bereits fertig war, erscheint er noch einmal in dieser ausführlichen Form. Künftig werde ich einem Vorschlag aus euren Reihen folgen und mich kürzer fassen. Aber nun zur Regel 6 „Spielen eines Lochs“. 

         6.1 Das Spielen eines Lochs beginnen

  • ein Spieler hat ein Loch begonnen, wenn er einen Schlag macht, um das Loch zu spielen, bis dahin ist der Ball nicht im Spiel
  • der Ball muss von innerhalb des Abschlags gespielt werden (im Zählspiel gibt es zwei Strafschläge, wenn nicht und der Fehler muss berichtigt werden; im Lochspiel ist dies straflos, aber der Gegner darf den Schlag für ungültig erklären, er muss es aber nicht

6.2 Spielen eines Balls vom Abschlag

  • die Regeln zum Abschlag gelten immer dann, wenn ein Spieler einen Ball vom Abschlag spielen muss oder darf
  • diese Regel gilt nur auf dem Abschlag, von dem der Spieler zu Beginn des zu spielenden Lochs spielen muss, nicht für andere Abschlagbereiche auf dem Platz (egal ob auf demselben oder einem anderen Loch)
  • der Ball liegt innerhalb des Abschlags, wenn sich ein Teil von ihm innerhalb der definierten Abschlagfläche befindet
  • der Spieler darf außerhalb des Abschlags stehen, wenn er nach dem Ball schlägt
  • der Ball muss gespielt werden, entweder von einem zugelassenen Tee in oder auf dem Boden (letzteres = z.B. Wintertee) oder vom Boden. Nach dieser Regel schließt „Boden“ Sand oder anderes natürliches Material mit ein, das angehäuft wurde, um entweder das Tee oder den Ball aufzusetzen.
  • Bestimmte Bedingungen auf dem Abschlag dürfen vor dem Schlag verbessert werden:
  1. die Oberfläche des Abschlags darf verändert werden (z.B. mit dem Fuß platt treten)
  2. Rasen, Gräser und andere natürliche Gegenstände, die innerhalb des Abschlags befestigt sind oder wachsen, dürfen bewegt, gebogen oder gebrochen werden.
  3. Sand oder Boden auf dem Abschlag darf entfernt oder niedergedrückt werden
  4. Tau, Reif oder Wasser darf innerhalb des Abschlags beseitigt werden.
  • Aber der Spieler zieht sich die Grundstrafe zu, wenn er unter Verstoß gegen Regel 8.1a andere Handlungen (z.B. Abbrechen eines Astes, der beim Schwung stört) vornimmt, um die Bedingungen für den Schlag zu verbessern

die Abschlagmarkierungen dürfen vor dem Abschlag nicht bewegt werden 

6.4 Spielfolge beim Spielen des Lochs

  • zu Beginn des ersten Lochs im Zählspiel wird die Reihenfolge durch die Startliste bestimmt, wenn es keine Startliste gibt, nach Absprache oder einem Zufallsverfahren
  • zu Beginn aller anderen Löcher beginnt der Spieler der Gruppe mit dem niedrigsten Brutto-Ergebnis, danach der mit dem zweitniedrigsten usw., haben zwei oder mehr Spieler das gleiche Ergebnis an einem Loch, sollten sie in derselben Reihenfolge spielen wie am vorherigen Abschlag
  • nachdem alle Spieler ein Loch begonnen haben, spielt immer der Spieler zuerst, dessen Ball am weitesten vom Loch entfernt liegt
  • es sei denn, innerhalb der Spielgruppe wurde „Ready Golf“ vereinbart, dann spielt der Spieler in sicherheits- und verantwortungsbewusster Weise, der zum Spielen bereit ist
  • ein provisorischer Ball nach Regel 18.3 wird auf dem Abschlag gespielt, wenn alle Spieler ihren Abschlag gespielt haben, wenn mehrere Spieler dies tun wollen, dann in der Reihenfolge wie beim Abschlag

6.5 Beenden des Lochs

  • das Loch ist im Lochspiel beendet, wenn der Spieler eingelocht oder der nächste Schlag des Spielers geschenkt oder das Loch geschenkt wird oder sich der Gegner die Grundstrafe (Lochverlust) zuzieht
  • im Zählspiel ist das Loch beendet, wenn der Spieler nach Regel 3.3c eingelocht hat

Zum Abschluss noch etwas nützliches für das Spiel, der sogenannte Regelball nach Regel 20.1c. Während es im Lochspiel so etwas nicht gibt, hat der Spieler im Zählspiel die Möglichkeit das Loch mit zwei Bällen zu beenden. Wenn also im Zählspiel ein strittiger Regelfall entsteht und in angemessener Zeit kein Referee oder die Spielleitung zur Unterstützung zur Verfügung steht (was bei Clubturnieren regelmäßig der Fall sein dürfte) und der Spieler Zweifel über die richtige Vorgehensweise beim Spielen eines Lochs hat, darf er das Loch straflos mit zwei Bällen zu Ende spielen. Dabei ist folgendes zu beachten: 

  1. Der Spieler muss sich entscheiden, zwei Bälle zu spielen, nachdem die unklare Sachlage erkennbar ist und bevor er einen Schlag macht (nach einem Schlag ist es zu spät, diese Regel ist dann nicht mehr anwendbar).
  1. Der Spieler sollte wählen, welcher Ball zählen soll, wenn die Regeln die für diesen Ball gewählte Vorgehensweise erlauben, in dem er diese Wahl seinem Zähler oder einem anderen Mitspieler mitteilt, bevor er einen Schlag macht. Wird keine Wahl getroffen, gilt der zuerst gespielte Ball als ausgewählter Ball.
  1. Der Spieler muss den Sachverhalt der Spielleitung mitteilen, bevor er seine Scorekarte einreicht, selbst wenn mit beiden Bällen das gleiche Ergebnis erzielt wurde. Der Spieler ist disqualifiziert, wenn er dies unterlässt. 

Dazu ein kleines Beispiel: Der Ball des Spielers liegt im Gelände in einer tiefen Fahrspur. Der Spieler ist der Meinung, dass dieser Bereich als „Boden in Ausbesserung“ markiert sein sollte. Daher entscheidet sich der Spieler zwei Bälle zu spielen und erklärt, dass der zweite Ball zählen soll. Er spielt den ersten Ball wie er liegt aus der Fahrspur und den zweiten, nach Regel 16.1b gedroppten Ball aus dem Erleichterungsbereich. Den Sachverhalt meldet der Spieler vor Abgabe seiner Scorekarte der Spielleitung. Wenn die Spielleitung die Fahrspur als Boden in Ausbesserung anerkennt, zählt das Ergebnis mit dem zweiten Ball, wenn nicht, das Ergebnis mit dem ersten. 


Regelecke (Regel 7)

26.03.2022 / NEWSLETTER 11 DES SPIELFÜHRERS

Kommen wir zur Regel 7 „Ballsuche: Finden und Identifizieren des Balls" und fangen gleich mit letzterem an. 

  • Um seinen Spielball identifizieren zu können, wäre es sehr vorteilhaft, wenn der Ball zuvor individuell markiert worden wäre. Dies zu tun, sollte sich jeder Spieler angewöhnen.
  • Wenn der Ball ausnahmsweise einmal nicht auf dem Fairway liegt, darf der Spieler mit angemessenen Handlungen redlich nach seinem Ball suchen. Was ist mit „redlich“ gemeint? Letztendlich bedeutet es, mit normalen Handlungen nach dem Ball suchen, nichts Übertriebenes oder Unnötiges, wie zum Beispiel: 
  1. eine Roughfläche platt treten oder dort Gräser heraus reißen oder
  2. einen Ast abbrechen, um an seinen Ball zu gelangen, wenn man auch anders zum Ball gelangen kann oder ähnliches 
  • wenn ein Ball der Ball des Spielers sein könnte, aber so wie er liegt nicht identifiziert werden kann, darf der Spieler den Ball aufnehmen, um ihn zu identifizieren (einschließlich durch Drehen), aber er muss die Stelle des Balls zuerst markieren und der Ball darf nicht mehr als zur Identifizierung erforderlich gereinigt werden (außer auf dem Grün)
  • wird der Ball nach dieser Regel aufgenommen (außer auf dem Grün), obwohl es vernünftigerweise nicht erforderlich war, wird der Ball nicht markiert (eine Vorgehensweise, die bei Clubturnieren leider des Öfteren beobachtet werden kann) oder wird der Ball gereinigt, obwohl es nicht erlaubt ist, zieht sich der Spieler einen Strafschlag zu
  • wird der Ball beim Suchen versehentlich bewegt, ist dies straflos und der Ball muss an seine ursprüngliche Stelle zurückgelegt werden (die, wenn nicht bekannt, geschätzt werden muss) 

Regelfälle:

  1. Der Ball des Spielers fliegt in Richtung Rough. Nachdem der Spieler einen provisorischen Ball gespielt hat, geht er los, um seinen ursprünglichen Ball zu suchen. Zirka 20 Meter bevor der Spieler den Bereich erreicht, in dem er seinen Ball vermutet, tritt er auf einen Ball, der sich als sein ursprünglicher Ball heraus stellt. Offensichtlich muss der Ball einen der 30 Meter entfernten Bäume getroffen haben und zurück geprallt sein.
  2. Der Ball des Spielers landet im Semirough und wird innerhalb der Suchzeit von 3 Minuten gefunden. Leider liegt der Ball so, dass er vom Spieler nicht identifiziert werden kann. Daher dreht der Spieler den Ball, ohne seine Lage zu verändern, in eine Position, in der er den Ball als seinen identifizieren kann. 

Für alle, die mitmachen wollen die Frage für beide Fälle: Was ist passiert, wie geht es weiter, hat der Spieler alles richtig gemacht oder nicht, gibt es eventuell Strafschläge, wenn ja, wie viele und welche Regeln kommen zur Anwendung? 


REGELECKE (REGEL 8)

02.04.2022 / NEWSLETTER 12 DES SPIELFÜHRERS

Die Regel 8 beschäftigt sich mit dem Verbessern der Bedingungen, die den Schlag beeinflussen. Grundsätzlich wird vom Spieler erwartet, dass er den Platz spielt, wie er ihn vorfindet. Aber es gibt ein paar Handlungen, die dem Spieler erlaubt sind: 

  1. redlich nach seinem Ball zu suchen, wie im letzten Newsletter beschrieben
  2. angemessene Handlungen zum Entfernen loser hinderlicher Naturstoffe und beweglicher Hemmnisse
  3. angemessene Handlungen zum Markieren der Lage des Balls und zum Aufnehmen und Zurücklegen des Balls nach den Regeln
  4. leichtes Aufsetzen des Schlägers direkt vor oder hinter dem Ball (aber nicht den Schläger fest auf den Boden zu drücken oder, bei einem Ball im Bunker, den Sand vor dem Schlag zu berühren)
  5. die Füße fest aufsetzen, wenn der Stand eingenommen wird; dies gilt auch, wenn die Füße in Sand oder losem Boden in angemessenem Ausmaß „eingegraben“ werden
  6. redlich Standposition beziehen, um durch angemessenes Vorgehen zum Ball zu gelangen und den Stand einzunehmen (aber der Spieler hat keinen Anspruch auf einen üblichen Stand oder Schwung, also z.B. aufrechter Stand oder voller Schwung) und der Spieler muss möglichst schonend handeln (also nicht wie die sprichwörtliche „Axt im Walde“)
  7. wenn beim Schlag, der dann auch gemacht wird (also gilt das nachfolgende nicht für sogenannte Probeschwünge), etwas verbessert wird, ist dies ebenfalls straflos
  8. Handlungen innerhalb des Abschlags, wie bereits früher beschrieben
  9. zur Pflege des Platzes einen Bunker zu harken, nachdem ein Ball aus dem Bunker gespielt wurde und außerhalb des Bunkers liegt
  10. auf dem Grün (und nur dort und das sogenannte Vorgrün gehört nicht zum Grün) Sand und loses Erdreich zu entfernen und Schäden auszubessern (s. Regel 13.1c)
  11. einen natürlichen Gegenstand zu bewegen, um zu prüfen, ob er lose ist (und wenn nicht, muss er so gut wie möglich in seine ursprüngliche Lage zurück gebracht werden) 

Handlungen, die die Lage des ruhenden Balls, den Raum des beabsichtigten Stands und/oder Schwungs, die Spiellinie und den Erleichterungsbereichs, in dem der Ball gedroppt oder hingelegt werden soll, verbessern und die nicht erlaubt sind, sind: 

  1. Bewegen, biegen oder brechen eines natürlichen Gegenstands, unbeweglichen Hemmnisses, Bestandteil des Platzes, einer Ausmarkierung oder einer Abschlagmarkierung, wenn ein Ball von diesem Abschlag gespielt wird
  2. Verändern der Bodenoberfläche
  3. Entfernen oder Niederdrücken von Sand oder losem Erdreich (außerhalb vom Grün) 

Hierzu einige konkrete Beispiele nicht erlaubter Handlungen aus dem Golfalltag: 

  1. Der Spieler stellt einen Fuß hinter den Ball und drückt so Gras oder etwas anderes nieder.
  2. Der Spieler sucht seinen Ball im hohen Rough, zum Identifizieren werden dann die störenden Halme rund um den Ball zur Seite gedrückt, damit der Ball schön frei liegt.
  3. Der Ball des Spielers liegt nahe einem Busch oder Baum, um seinen Stand zu beziehen, muss sich der Spieler korrekterweise rückwärts in den Busch bewegen, dann werden weitere störende Äste oder Zweige hinter den Körper geschoben oder mit dem Fuß auf die Erde gedrückt.
  4. Ein nicht vollständig niedergedrücktes Divot wird vor dem Schlag festgetreten, eine Pitchmarke auf dem Fairway wird vor dem Schlag ausgebessert.
  5. Ein klassisches Beispiel ist es, wenn der Spieler sich hinknien muss, um den Ball zu spielen und sich ein Handtuch o. ä. auf die Erde legt (= der Spieler baut sich einen Stand), um die Hose nicht dreckig zu machen. 

In vielen Fällen, aber nicht in allen, ist es möglich eine Strafe (dies wäre hier die Grundstrafe) zu vermeiden, wenn man, bevor man einen Schlag macht, die ursprünglichen Bedingungen wieder herstellt, aber in einigen Fällen kann man die Strafe nicht vermeiden, weil die ursprünglichen Bedingungen nicht wieder hergestellt werden können. Und natürlich ist es auch nicht erlaubt, andere Spieler oder sonstige Personen zu bitten, Dinge zu tun, die dem Spieler selbst nach dieser Regel verboten sind. 

  1. Der ursprüngliche Ball wurde gefunden, damit ist der provisorisch gespielte Ball nicht mehr im Spiel und kann, weil dies in den Antworten mehrfach vorgeschlagen wurde, nicht für ein Erleichterungsverfahren (z. B. „Ball unspielbar“) verwendet werden. Der Spieler müsste im Falle der Unspielbarkeit, wenn er sich für „Erleichterung mit Schlag und Distanzverlust“ entscheiden würde, zur ursprünglichen Stelle zurück gehen und dort erneut einen Ball spielen (Achtung: Würde der Spieler stattdessen, wie vorgeschlagen, mit dem provisorischen Ball weiter spielen, würde er vom falschen Ort spielen und dies wäre, weil der Ball auf jeden Fall deutlich näher zur Fahne liegt, ein schwerwiegender Verstoß im Sinne von Regel 14.7b (1) und würde, wenn er nicht rechtzeitig gemäß Regel 14.7b berichtigt würde, zur Disqualifikation des Spielers führen). Jetzt zur eigentlichen Lösung: Da der Spieler auf den Ball getreten ist, wurde der Ball, der anschließend als Ball des Spielers identifiziert wurde, bewegt und seine Lage verändert. Das Bewegen des Balls erfolgte nicht während der Suche (der Spieler war laut Fall noch auf dem Weg zum Suchgebiet, daher trifft Regel 7.4 bzw. die Ausnahme 2 der Regel 9.4b in diesem Fall nicht zu), deshalb erhält der Spieler einen Strafschlag nach Regel 9.4 und muss den Ball zurücklegen (also nicht droppen). Dieses Zurücklegen des Balls erfolgt in der in Regel 14.2d (2) beschriebenen Art (für die, die es in ihrer Antwort erwähnt hatten = daher kann es auch keine Probleme mit einem eventuell entstandenem Loch geben).
  2. Wird der Ball zum Identifizieren aufgenommen (einschließlich Drehen), muss seine Lage zuvor markiert werden (Regel 7.3). Da dies im geschilderten Fall nicht erfolgte, erhält der Spieler einen Strafschlag.

REGELECKE (REGEL 9)

08.04.2022 / NEWSLETTER 13 DES SPIELFÜHRERS

Zur Regel 9 „Ball spielen, wie er liegt; ruhenden Ball aufgenommen oder bewegt“ 

Grundsätzlich muss der Spieler den Ball von der Stelle spielen, an der er zur Ruhe gekommen ist, außer die Regeln verlangen vom oder erlauben dem Spieler 

  • einen Ball von einer anderen Stelle des Platzes zu spielen (im Rahmen eines Erleichterungs-verfahrens) oder
  • einen Ball aufzunehmen und an die ursprüngliche Stelle zurückzulegen (wenn der Ball bewegt wurde).

Die Golfregeln kennen 4 Ursachen, durch die der Ball bewegt werden kann: 

  1. Durch Naturkräfte (wie Wind oder Wasser), dies ist für den Spieler straflos und der Ball muss von der neuen Stelle gespielt werden (Ausnahme auf dem Grün: wenn der Ball bereits aufgenommen und zurückgelegt worden war, dann muss er an die alte Stelle auf dem Grün zurückgelegt werden).
  2. Durch den Spieler oder seinem Caddie, der Ball muss zurückgelegt werden und es gibt einen Strafschlag für den Spieler (Ausnahmen: a. eine Regel erlaubt oder fordert es, b. der Ball wird versehentlich beim Suchen bewegt (zurücklegen), c. der Ball wird versehentlich auf dem Grün bewegt (zurücklegen) oder d. der Ball wird versehentlich außerhalb des Grüns bei der Anwendung einer Regel bewegt (z.B. ein bewegliches Hemmnis entfernen, bestimmen, wo Erleichterung genommen werden muss usw.), der Ball muss zutreffendenfalls zurück gelegt werden.
  3. Durch den Gegner im Lochspiel oder dessen Caddie, der Ball muss zurückgelegt werden und der Gegner erhält einen Strafschlag (Ausnahmen: a. wenn der Gegner den nächsten Schlag, ein Loch oder das Lochspiel schenkt oder er den Ball auf Wunsch des Spielers aufnimmt, b. der Gegner versehentlich auf dem Grün den Ball des Spielers markiert und aufnimmt (zurücklegen) oder c. eine der unter 2. genannten Ausnahmen zutrifft, die auch für den Spieler gelten (außer 2. a.). In diesen Fällen ist das Bewegen des Balls für den Gegner straflos.
  4. Durch einen äußeren Einfluss (dies wären z. B. ein Mitspieler oder ein fremder Caddie im Zählspiel, ein Zuschauer, ein Tier, ein anderer Ball usw.), dies ist straflos und der Ball muss zurückgelegt werden. 

In den Fällen 2, 3 und 4 muss es bekannt oder so gut wie sicher ist, dass der Spieler/Caddie, der Gegner/Caddie oder ein äußerer Einfluss den Ball bewegt hat, andernfalls ist davon auszugehen, dass der Ball durch Naturkräfte bewegt wurde. 

Wird statt dem Ball der Ballmarker aufgenommen oder bewegt, gelten im Prinzip die gleichen Regeln wie für den Ball. 

Zum Schluss für alle, die noch Lust darauf haben, ein Regelfall von unserem Platz, mir wörtlich so geschildert von einem der Spieler (ich habe nur die Namen durch Spieler A und B ersetzt): 

„Spieler A und B spielen Bahn 18 im GC R-L. Der Abschlag von Spieler A liegt Mitte Fairway und etwa 180 m vor dem Grün. Spieler A greift mit seinem zweiten Schlag das Grün an. Leider fliegt der Ball etwas links in Richtung der Penalty Area und überquert diese gerade von Anfang bis Ende. Die Länge des Balles ist gut, durch das Schilf ist es aus der Entfernung von knapp 180 m aber nicht eindeutig sichtbar, wo der Ball heruntergekommen ist. Es kann also nicht mit Sicherheit gesagt werden, ob der Ball es bis hinter die Penalty Area in den Bereich vor dem Grün geschafft hat oder ob er in der Penalty Area verloren ist. Spieler B vermutet den Ball in der Penalty Area, Spieler A vermutet ihn dahinter außerhalb. Da der Ball eindeutig nicht links der Penalty Area geflogen ist, gehen beide Spieler unabhängig voneinander davon aus, dass nach Regel 17.1c und 17.1d verfahren werden müsste, falls der Ball verloren sein sollte. Also spielt Spieler A keinen provisorischen Ball, sondern geht vor bis zur Penalty Area, um dort ggf. einen neuen Ball ins Spiel zu bringen.

Nun ist die Penalty Area links der Bahn 18 recht lang, bis zum Grün vorzugehen, den Ball zu suchen und zurückzugehen, falls er nicht gefunden wird, würde dauern. Spieler A ist daher der Ansicht, dass er zur Beschleunigung des Spiels, falls sein ursprünglicher Ball nicht gefunden wird, provisorisch einen Ball nach den Erleichterungskriterien aus Regel 17.1 spielen kann. Sein Argument, warum er dies trotz Penalty Area darf, ist der Teilsatz "...der von der Stelle des vorherigen Schlages gespielt wird..." aus Regel 18.3a. Also ist Spieler A der Ansicht, einen provisorischen Ball von der neuen Position spielen zu dürfen und danach erst seinen ursprünglichen Ball zu suchen. Auch wenn dieser nach seiner Meinung nur in der Penalty Area sein kann, falls er nicht zu finden ist. 

P.S. Der ursprüngliche Ball wurde nicht gefunden. 

Und wie beurteilt ihr diesen Fall? 


REGELECKE

16.04.2022 / NEWSLETTER 14 DES SPIELFÜHRERS

In letzter Zeit konnte ich einige Gespräche mit Mitgliedern führen, die mir klar gemacht haben, dass ich als langjähriger Golfer, der sich schon immer mit den Golfregeln, Abwicklung von Turnieren und allem anderen rund ums Golf beschäftigt hat, die Kenntnisse anderer Golfspieler, insbesondere der Anfänger, wohl manchmal etwas überschätze. Daher heute mal ein Beitrag, der sich auch mit den Regeln, aber vor allem mit anderem beschäftigt.

  1. Es scheint zu mindestens nicht jedem Golfer bekannt zu sein, dass es für jedes Turnier eine Spielleitung gibt. Diese Spielleitung besteht üblicherweise aus drei Personen, deren Namen ihr auf der Startliste oberhalb der ersten Spielgruppe findet. Die Aufgaben der Spielleitung sind sehr umfangreich und umfassen eigentlich alles, was für die Abwicklung eines Turniers erforderlich ist, von der Platzvorbereitung über das Festlegen der Fahnenpositionen, Erstellen der Start- und Ergebnislisten bis zur Siegerehrung (bei Clubturnieren werden allerdings einige dieser Aufgaben vom Sekretariat und den Greenkeepern übernommen). Eine der wichtigsten Aufgaben der Spielleitung ist es, in strittigen Regelfällen eine Entscheidung zu fällen (siehe nachfolgende Ausführung).
  2. wie ich bereits in einem der ersten Newsletter einmal geschrieben habe, ist es mir wichtig, bei euch eine bestimmte Einsicht und damit eine entsprechende Courage zu wecken, über tatsächliche oder mögliche Regelverstöße bei Turnieren nicht mehr hinweg zu sehen: 

Laut Regel 20.1c (2) „Sollen Spieler die anderen Spieler im Teilnehmerfeld schützen“. 

  • Um die Interessen aller anderen Spieler im Teilnehmerfeld zu wahren, sollte ein Spieler, der weiß oder glaubt, dass ein anderer Spieler einen Regelverstoß begangen hat oder haben könnte und der andere Spieler dies nicht erkennt oder ignoriert, diesen Regelverstoß dem anderen Spieler, dessen Zähler, einem Referee und/oder der Spielleitung mitteilen.
  • Dies sollte unverzüglich geschehen, nachdem dem Spieler die Tatsachen bekannt werden und spätestens, bevor der andere Spieler seine Scorekarte einreicht, es sei denn, dies ist nicht möglich. 

Versäumt der Spieler dies, darf die Spielleitung den Spieler (also euch, als denjenigen, der den (möglichen) Regelverstoß nicht gemeldet hat) nach Regel 1.2a disqualifizieren, wenn sie feststellt, dass ein schwerwiegendes Fehlverhalten gegen den „Spirit of the Game“ vorlag. 

Diese Regel bezieht sich auf das Zählspiel in allen Formen, denn im Lochspiel spielen die Gegner in einer Spielgruppe und deshalb kann jeder seine eigenen Interessen wahren. 

Wenn ihr, nachdem ihr diese Regel jetzt kennt, darüber nachdenkt, was passiert, wenn über Regelverstöße hinweg gesehen wird (= es gewinnt jemand - oder kommt in die Preise - , dessen besseres Ergebnis auf dem Umstand beruht, dass ein oder sogar mehrere Strafschläge nicht erfasst wurden), dann wird euch hoffentlich klar, dass es durchaus nicht unwahrscheinlich ist, dass auch ihr selbst im Laufe eines Jahres mindestens einmal davon negativ betroffen sein könntet. Deshalb haben die Mitglieder der Spielleitungsgruppe für sich beschlossen, in solchen Fällen nicht mehr untätig zu bleiben. 

Als Grund, warum Regelverstöße nicht der Spielleitung vorgetragen werden, höre ich regelmäßig, dass durch die entstehende Diskussion letztendlich die Stimmung und somit auch das eigene Spiel leidet. Dies muss aber gar nicht passieren bzw. lässt sich vermeiden. Es kommt, wie so oft, auf den Ton an. Wenn ihr den Spieler in einem freundlichen, nicht unbedingt belehrendem Ton auf die nicht korrekte Vorgehensweise etc. hinweist, werdet ihr erkennen können, ob der Spieler zu denen gehört, die die entsprechende Regel nicht kennen oder den Regelverstoß nicht bemerkt haben (dann wird es sehr wahrscheinlich zu keinem Streitgespräch kommen) oder ob der Spieler zu denen gehört, die solche Regelverstöße ignorieren. In diesem Fall (und auch im ersten Fall, falls sich doch noch ein Disput abzeichnet) beendet ihr das Gespräch sogleich, bevor ein Streitgespräch überhaupt beginnt. Ihr seid eurer oben genannten Pflicht nachgekommen und habt ihn auf seinen (möglichen) Fehler hingewiesen (was er sich ggf. später zu seinen Ungunsten anrechnen lassen muss) und braucht den Fall nur noch nach Abschluss der Runde der Spielleitung melden (bei uns im Club ersatzweise zunächst im Sekretariat, die leiten es dann an die Spielleitung weiter). Die Spielleitung wird den Fall prüfen und eine regelkonforme Entscheidung treffen und ihr seid aus der Nummer raus. 

Werdet ihr, im umgekehrten Fall, auf einen Fehler aufmerksam gemacht und ihr seid euch nicht sicher, ob ihr tatsächlich einen Fehler gemacht habt, dann seid ihr auf jeden Fall auf der sicheren Seite, wenn ihr einen „Regelball“, also einen zweiten Ball, spielt. Den einen Ball spielt ihr, wie ihr es für richtig haltet (und erklärt, dass dieser Ball zählen soll) und den zweiten Ball, wie der/die Mitspieler es für richtig halten. Und nach der Runde nicht vergessen, den Fall vor Abgabe der Scorekarte der Spielleitung vorzutragen, auch wenn mit beiden Bällen das gleiche Ergebnis erzielt wurde. Die Spielleitung wird dann entscheiden, welcher der Bälle regelkonform gespielt wurde und zählt


Die Aufgabe des Zählers (auf englisch: Marker) wird bei uns oft falsch gesehen, denn sie besteht im Wesentlichen darin, nach jedem Loch die Anzahl der Schläge (gespielte Schläge einschließlich Strafschläge) mit dem Spieler abzuklären und dieses Brutto-Ergebnis auf der Scorekarte einzutragen. Eine besondere, über das unter 2. genannte Maß hinausgehende Aufsichtspflicht, welche für alle Spieler in der Spielgruppe besteht, besteht für den Zähler nicht. Er hat auch keine weiteren besonderen Aufgaben, Rechte oder Pflichten, außer den hier genannten. Am Ende der Runde muss der Zähler die Ergebnisse der Löcher auf der Scorekarte bestätigen. Diese Unterschrift sollte der Zähler allerdings nur leisten, wenn alles korrekt ist, gibt es strittige Regelfälle, sollte der Zähler die Unterschrift im eigenen Interesse solange verweigern, bis diese Regelfälle durch die Spielleitung entschieden und auf der Scorekarte regelkonform (= richtige Schlagzahl) dokumentiert sind. Denn, bestätigt der Zähler wissentlich eine falsche Schlagzahl, ist er, ebenso wie der Spieler, disqualifiziert.

Im Rahmen eines Treffens der Spielleitungsgruppe kam das Problem der Spielgeschwindigkeit, insbesondere bei 9-Loch-Turnieren, zur Sprache (3 Stunden und mehr). Um hier eine Besserung zu erreichen, werden wir diese Turniere beobachten. Wenn ihr also künftig eine Frau oder einen Mann im Golfcart beim Turnier über den Platz fahren seht (und eventuell von ihr oder ihm angesprochen werdet), dann handelt es sich um ein Mitglied der Spielleitung, dass mit der Beobachtung der Spielgeschwindigkeit beauftragt wurde. 

Soweit für diesmal ein paar allgemeine Informationen. Kommen wir zur Auflösung des Regelfalls vom letzten Mal. Diesmal, zum besseren Verstehen auch des „Spirit of the Game“, ein bisschen ausführlicher. 

Das Spielprinzip des Golfspiel ist, dass der Spieler den Platz spielt, wie er ihn vorfindet und den Ball, wie er liegt, darauf basieren auch die Golfregeln. Dies ist nicht immer praktisch durchführbar (z.B. wenn der Ball im Wasser liegt oder nicht gefunden wird usw.), die Golfregeln sehen für diese Fälle Möglichkeiten vor, wie der Spieler das Spiel trotzdem fortsetzen kann. Ob dies straflos oder mit Strafe geschieht, hängt davon ab, ob die „Ursache“ eine sogenannte Herausforderung des Spiels darstellt (= Dinge, mit denen der Architekt den Platz etwas schwieriger und abwechslungsreicher gestalten wollte, wie z.B. Penalty Areas, Bunker, aber auch Bäume, Sträucher, Flächen mit hohem Gras etc. = Erleichterung mit Strafe) oder eben nicht (das sind künstliche Dinge, wie z.B. Schutzhütten, Bänke, Wege mit künstlichem Belag - dies kann aber auch Rindenmulch o. ä. sein -, die Balkensperre an unserer Bahn 5 usw. = straflose Erleichterung). Um ein Erleichterungsverfahren durchführen zu können, muss etwas entweder „bekannt oder so gut wie sicher sein“ oder der Ball muss gefunden werden. Dieses „Bekannt oder so gut wie sicher“ wird so definiert, dass eine große Wahrscheinlichkeit (mindestens 95%) besteht, dass etwas passiert ist und die Möglichkeit, dass etwas anderes passiert ist, verschwindet gering (maximal 5%) und eher theoretischer Natur ist. Ob dies zutrifft oder nicht, ist eine Entscheidung innerhalb der Spielgruppe nach den eigenen Beobachtungen und den örtlichen Verhältnissen. Dieses Akzeptieren der genannten 95% durch die Golfregeln setzt dann allerdings auf Seiten des Spielers eine 100%tige Akzeptanz voraus. Soll heißen, wenn die Spielgruppe einschließlich des Spielers zu der Entscheidung gekommen ist, dass es „bekannt oder so gut wie sicher“ ist, dass der Ball des Spielers, z.B. an unserer Bahn 13, im Teich (Penalty Area) zur Ruhe gekommen ist, dann muss auf eine Suche nach dem Ball hinter dem Teich verzichtet werden, denn eine Suche würde zeigen, dass die Wahrscheinlichkeit, dass der Ball nicht im Teich ist, größer als die oben genannten 5% ist. Somit kann der Spieler, wenn er trotzdem sucht und der Ball nicht gefunden wird, nicht mehr Erleichterung nach Regel 17 in Anspruch nehmen, sondern muss in diesem Fall zum Abschlag zurückgehen und einen neuen Ball ins Spiel bringen. Um dieses besser verstehen zu können, müsst ihr euch vor Augen führen, dass die Golfregeln, indem sie auf eine 100% Sicherheit verzichten, dem Spieler entgegen kommen, weil dem Spieler die Entfernung „geschenkt“ wird, denn dieser darf seinen nächsten Schlag deutlich näher zum Loch machen. Ihm jetzt auch noch die Möglichkeit einzuräumen, sich die beste von zwei Möglichkeiten auszusuchen, wäre aus Sicht der Golfregeln „des Guten zu viel“ (so etwas schriftlich gut zu vermitteln ist nicht einfach, ich hoffe, es ist mir einigermaßen gelungen). 

Unter Berücksichtigung dieser Ausführungen sollte die Lösung des Regelfalls nun relativ einfach möglich sein. Laut Schilderung durch Spieler A waren beide Spieler unterschiedlicher Meinung, wo der Ball zur Ruhe gekommen ist, daher ist dies weder „bekannt noch so gut wie sicher“ und, obwohl sich komischer Weise beide Spieler sicher sind, Regel 17 in Anwendung bringen zu können, ist dies nach der Sachlage nicht möglich.

Wenn der Spieler es für möglich hält, das sein Ball es über die Penalty Area geschafft hat, sollte er sogleich einen provisorischen Ball spielen. Wird sein Ball gefunden, muss er ihn weiterspielen bzw., wenn er innerhalb der PA gefunden wird, darf er ihn spielen wie liegt oder Erleichterung nach Regel 17 in Anspruch nehmen. Was Spieler A in diesem geschilderten Fall auf gar keinen Fall tun darf, ist, vor dem Teich der Bahn 18 (in Spielrichtung gesehen) einen Ball ins Spiel bringen, egal ob als provisorisch deklariert oder nicht, würde er dies machen und diesen Fehler nicht berichtigen bevor das Grün der Bahn 18 verlässt, hätte er vom „falschen Ort“ gespielt und, weil dieser Ort deutlich näher zum Grün liegt, einen schweren Verstoß begangen, der zur Disqualifikation führt.


REGELECKE (Regel 10)

23.04.2022 / NEWSLETTER 15 DES SPIELFÜHRERS

Für nächste Woche bereite ich einen kleinen Regeltest vor, damit ihr euer Wissen testen könnt. Heute widmen wir uns allerdings der Regel 10, die sich im Unterpunkt 1 mit dem Schlag nach dem Ball beschäftigt: 

  • der Spieler muss ehrlich mit dem Schlägerkopf nach dem Ball schlagen (z. B. nicht schieben oder löffeln) und wenn der Spieler den Ball versehentlich mehr als einmal trifft, ist dies trotzdem nur ein Schlag und es fällt keine Strafe an
  • der Schläger darf beim schlagen nicht „verankert“ werden (gilt natürlich für alle Schläger, gesehen habe ich es aber bisher nur beim Putter, wie das aussieht, schaut euch bitte in einem der Regelbücher unter Regel 10.1b an, dort gibt es Zeichnungen)
  • beim Schlag darf der Spieler nicht auf oder beidseitig der Spiellinie stehen (bspw. wie beim Crocket, da wird der Schläger zwischen den Beinen zurück und nach vorne geschwungen) Ausnahme: Es ist straflos, wenn der Stand versehentlich oder um der Spiellinie eines anderen Spielers auszuweichen, eingenommen wird
  • der Spieler darf keinen sich bewegenden Ball schlagen, außer der Ball beginnt sich erst zu bewegen, nachdem der Spieler den Rückschwung für den Schlag begonnen hat und der Schlag wird ausgeführt (gleich ob auf dem Abschlag vom Tee oder anderswo), in diesem Fall zählt der Schlag und der Ball muss gespielt werden, wie er liegt oder
  • der Ball bewegt sich in zeitweiligem Wasser oder Wasser in einer Penalty Area, dann darf der Spieler straflos einen Schlag nach dem sich bewegenden Ball machen oder Erleichterung nach den Regeln 16.1 (zeitweiliges Wasser) oder 17 (PA) in Anspruch nehmen. In beiden Fällen darf der Spieler das Spiel nicht unangemessen verzögern, damit sich der Ball in eine bessere Lage bewegen kann. 

Im Unterpunkt 2 beschäftigt sich die Regel mit der Beratung und anderer Hilfe:

  • der Spieler darf während einer Runde niemanden im Turnier, der auf dem Platz spielt, beraten und
  • er darf von niemandem Beratung erbitten, außer seinem Caddie oder seinem Partner und dessen Caddie (im Vierer oder Vierball) oder in einem Mannschaftsturnier durch einen benannten Berater (s. Regel 24.4) 
  • Beratung schließt physische Handlungen ein, um an Informationen zu kommen (z. B. eine Regenhaube am Bag zur Seite zu drücken, um festzustellen, welchen Schläger der Spieler gerade benutzt)
  • außerhalb des Grüns darf sich der Spieler die Spiellinie anzeigen lassen, aber Personen oder Gegenstände, die zu diesem Zweck positioniert werden, müssen sich vor dem Schlag entfernen bzw. entfernt werden
  • auf dem Grün dürfen nur der Spieler oder sein Caddie die Spiellinie für den Spieler anzeigen und auch berühren, es darf aber kein Gegenstand (o. anderes) auf oder außerhalb des Grüns plaziert werden, um die Spiellinie anzuzeigen. Dies ist selbst dann unzulässig, wenn der Gegenstand vor dem Schlag entfernt wird.
  • es darf kein Gegenstand (z. B. ein Schläger) hingelegt werden, um die Einnahme der Standposition zu unterstützen, bei Verstoß lässt sich die Strafe nicht mehr vermeiden
  • der Spieler darf sich von niemandem bei der Einnahme der Standposition unterstützen lassen
  • der Spieler darf während des Schlages keine körperliche Unterstützung und Schutz von seinem Caddie oder einer anderen Person erhalten (z. B. einen Schirm zum Schutz vor Regen, Sonne oder Wind gehalten bekommen), die Regel verbietet es dem Spieler aber nicht, sich selbst zu schützen, indem er z. B. den Schirm selber hält.

Der Unterpunkt 3 beschäftigt sich mit Caddies: 

  • davon darf der Spieler zeitgleich nur einen haben, aber er darf ihn während der Runde wechseln
  • ein Spieler im Turnier darf nach Beendigung seiner Runde Caddie für einen anderen Spieler im gleichen Turnier sein, außer eine Platzregel verbietet dies
  • die meisten Handlungen, die dem Spieler erlaubt sind, sind auch dem Caddie erlaubt, außer 

a. Bedingungen nach Regel 8.1d wiederherstellen oder

b. außerhalb des Grüns den Ball des Spielers nach einer Regel aufnehmen (diese beiden Sachen sind dem Caddie nur nach Einzelerlaubnis durch den Spieler erlaubt)

c. dem Gegner den nächsten Schlag, das nächste Loch oder das Lochspiel zu schenken

d. einen Ball zurückzulegen, es sei denn, der Caddie hatte ihn aufgenommen oder bewegt (Regel 14.2b)

e. einen Ball im Erleichterungsbereich droppen oder legen (Regel 14.3)

f. entscheiden, nach einer Regel Erleichterung in Anspruch zu nehmen (der Caddie darf zwar dazu raten, entscheiden muss aber der Spieler)

  • der Spieler ist für alle Handlungen und Regelverstöße des Caddies während der Runde und auch während einer Spielunterbrechung nach Regel 5.7a voll verantwortlich, nicht aber vor oder nach der Runde
  • hängt die Anwendung einer Regel davon ab, ob sich der Spieler bestimmter Tatsachen bewusst war, gehört zum Kenntnisstand des Spielers auch alles, was seinem Caddie bekannt ist (Beispiel: der Spieler hat nicht gesehen, dass sich sein Ball bewegt hat, der Caddie schon, dann sollte dieser seinen Spieler sofort informieren, sonst muss sich der Spieler den Regelverstoß – Ball nicht zurückgelegt – anrechnen lassen) 

Ein kleiner Regeltest

30.04.2022 / NEWSLETTER 16 DES SPIELFÜHRERS

Zur Abwechslung heute mal einen kleinen Regeltest zur Überprüfung des eigenen Wissens. Die Fragen sollten von jedem, der an Turnieren teilnimmt, auch ohne zur Hilfenahme des Regelbuchs richtig beantwortet werden können. 

Im Nachfolgenden beschreibe ich eine Situation und/oder stelle eine Behauptung auf, ihr müsst jeweils sagen, ob meine Behauptung richtig oder falsch ist: 

  1. Ein herabhängender Zweig eines am Abschlag stehenden Baumes behindert den Schwung des Spielers, dieser darf straflos abgebrochen werden.
  2. Eine im Bunker liegende Bananenschale darf nicht entfernt werden.
  3. Der Ball des Spielers liegt innerhalb ungewöhnlicher Platzverhältnisse, der Ball darf generell nicht gespielt werden wie er liegt.
  4. Ein Spieler hat 15 Schläger im Bag, dies wird an Bahn 6 entdeckt. Der Spieler ist disqualifiziert.
  5. Der Ball des Spielers trifft eine Stromleitung. Wird der Ball gefunden, muss er gespielt werden wie erliegt.
  6. Der Spieler hat einen verstellbaren Schläger im Bag. Daran dürfen während der Runde keine Veränderungen vorgenommen werden.
  7. Im Zählspiel liegt der Spieler nach 6 Schlägen 1 cm vor dem Loch. Diesen kurzen Putt schenkt sich der Spieler und notiert völlig korrekt eine 7 auf der Scorekarte.
  8. Der Spieler droppt einen Ball im Erleichterungsbereich, nachdem der Ball die Erde berührt hat springt er noch einmal hoch, trifft den Schuh des Spielers und bleibt im Erleichterungsbereich liegen. Der Spieler muss den Drop wiederholen.
  9. Pfähle, die das „Aus“ markieren, dürfen entfernt werden, wenn sie den Schwung oder den Stand des Spielers behindern und der Ball auf dem Platz liegt.
  10. Liegt der Ball eines Spielers innerhalb einer Penalty Area, darf der Spieler den Ball spielen wie er liegt. 

Die Auflösung gibt es das nächste Mal. 

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